Projekt

Strom „Happy Power Hour“ für das Bergische Land

Die Aufgabe

  • Definition eines innovativen, attraktiven, modernen Tarifsystems für Stromkunden
  • variable Strompreise angelehnt an den Börsen- preis
  • Aufbau einer „intelligenten“ Netzumgebung (z.B. Smart Meter)
  • Intelligenter Zusammenschluss regenerativer dezentraler Erzeugungskapazitäten

Das Ergebnis

  • Marktentwicklung intelligenter Netze
  • Entwicklung von innovativen neuen Lösungen
  • Regulierung von Lastspitzen

 

Was wird gemacht?

Durch die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien mit entsprechenden Einspeisevolumen gewinnen intelligente Stromnetze an Bedeutung, welche der Volatilität des Stromangebotes durch gezielte Lastverschiebung und auch Vermeidung von Lastspitzen begegnen können. Durch Analyse von Lastverschiebungspotenzialen und die Identifikation von unnötigen Stromverbrauchern in den Unternehmen bei gleichzeitiger Verlagerung des Stromverbrauchs kontinuierlicher Prozesse auf Zeiten, in denen Strom im Überschuss vorhanden ist, können auch und gerade mittelständische Unternehmen profitieren.

DSM-Anreize durch dynamische Strompreise

DSM-Anreize durch dynamische Strompreise

Hierfür wird ein Tarifsystem für Stromkunden erarbeitet, dass angelehnt an den Börsenpreis variable Strompreise aufweist. Gleichzeitig wird der Aufbau einer „intelligenten“ Netzumgebung (z.B. Smart Meter) stattfinden, in dem beispielsweise Photovoltaik, Mini-BHKWs, elektrische Speicher und steuerbare Verbraucher (Demand Side Management) genutzt werden. Wärme- und Kälteanwendungen in der Industrie, Klimatechnik in Bürogebäuden oder Produktionsprozesse mit Zwischenspeichern eignen sich ideal für eine zeitweise Verschiebung der Lasten.

Eine besondere Herausforderung stellt hierbei die Trennung der Funktionen Stromvertrieb (attraktives Angebot für Kunden, variable Stromtarife), Netzbetrieb (Versorgungssicherheit bei variablem Verbrauch und volatiler Einspeisung) und Erzeugung (intelligenter Zusammenschluss regenerativer dezentraler Erzeugungskapazitäten) dar.

Das Ziel

Das Bergische Städtedreieck soll zu einer führenden Modellregion für intelligente Stromnetze werden. Im Rahmen des Projektes „Happy Power Hour Strom – zeitlich variable Stromtarife zur Anpassung der Stromnachfrage an die Volatilität des Stromangebots am Beispiel mittelständischer Industrie im Bergischen Städtedreieck“ wird der deutschlandweit erste dynamische Stromtarif entwickelt, welcher es den beteiligten Unternehmen ermöglicht, durch eine Verschiebung zeitunkritischer Prozesse eine Reduzierung der Energiekosten zu erreichen. 

Entwickelt wird dieser Stromtarif in Zusammenarbeit der Bergischen Universität Wuppertal, der WSW Energie & Wasser GmbH, die diesen Tarif den beteiligten Industriepartnern anbieten wird, mit der Exor GmbH, welche die notwendige Automatisierungstechnik entwickeln wird, und mit der Neuen Effizienz, die als An-Institut der Bergischen Universität Wuppertal im Rahmen des Projektes die Partner bei der Antragsstellung und Abwicklung des Projektes unterstützt hat. 

Ein Teil der Untersuchung ist die Ermittlung des Potentials zur Lastverschiebung in den Partnerunternehmen. Das sind mit der KNIPEX Werk C. Gustav Putsch KG und der Muckenhaupt & Nusselt GmbH & Co. KG zwei metallverarbeitenden Betriebe und mit dem Wupperverband ein Unternehmen aus der Wasserwirtschaft.

Hier werden die Grundlagen im industriellen Sektor gelegt, um die Anpassung des Stromverbrauchs an das Stromangebot zu erreichen. Dies betrifft sowohl die technischen Voraussetzungen als auch die Ausgestaltung des Anreizsystems für einen derartigen Tarif. Das Projekt ist damit wichtiger Bestandteil zum Ausbau erneuerbarer Energien und hat das Potential einen enormen Beitrag zu einer bezahlbaren Energiewende zu leisten.

Das Projekt „Happy Power Hour - Strom“ wird gefördert von der Europäischen Union, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen.