Wuppertaler Projektteam entwickelt dynamischen Stromtarif

28.05.2021

Das Team des Klimaschutzprojektes AutoFlex arbeitet zur Projekthalbzeit mit vielfältigen Teilnehmenden aus der Praxis an der Entwicklung und Umsetzung eines dynamischen Stromtarifs. Hierzu sucht das Team noch weitere Teilnehmende aus Privathaushalten und Gewerbe, die eine aktive Rolle in der Energiewende spielen möchten.

Seit November 2019 arbeiten die WSW Energie & Wasser AG, die Bergische Universität Wuppertal und die Neue Effizienz gemeinnützige GmbH im Forschungsprojekt „AutoFlex – Automatisierte und standardisierte Einbindung von Flexibilitätsoptionen privater und gewerblicher Verbraucher“ zusammen. Dabei geht es um die Entwicklung und Umsetzung eines dynamischen Stromtarifs, d. h. eines Tarifs, bei dem der Preis pro kWh nicht festgelegt ist, sondern die Preisschwankungen von der Strombörse weitergegeben werden. Ein Grund für die Schwankungen sind die Erneuerbaren Energien, deren Einspeisung u. a. vom Wetter abhängt. Für gewöhnlich sinken die Strompreise, wenn z. B. bei viel Sonne und viel Wind die Photovoltaikanlagen und Windräder viel Energie produzieren und diese ins Stromnetz einspeisen. Wer dann einen dynamischen Stromtarif hat, kann diese niedrigeren Preise für Stromverbräuche Zuhause oder im Betrieb nutzen, die nicht unbedingt zu einem bestimmten Zeitpunkt laufen müssen, beispielsweise das Laden eines E-Fahrzeugs oder das Betreiben einer Wärmepumpe.

Durch eine automatisierte Steuerung werden diese flexiblen Prozesse in Zeiten verlagert, in denen der Strom besonders günstig ist. Dadurch wird die vermehrte Nutzung der Erneuerbaren Energien gefördert, denn der erzeugte Strom wird genau dann verbraucht, wenn er auch produziert wird. Dynamische Stromtarife bieten somit eine Möglichkeit, die Energiewende zu unterstützen und die Rolle des Verbrauchers am Strommarkt zu stärken. Nach anderthalbjähriger Laufzeit sind bereits einige Verbraucher*innen aus Gewerbebetrieben und Privathaushalten dabei, ihre Verbräuche zu verschieben und zu sehen, wie das in ihren Alltag passt.

So untersucht das Projektteam beispielsweise in Policks Backstube die Möglichkeiten einer Industriespülmaschine. Svenja Polick, Assistenz der Geschäftsleitung und baldige Mitinhaberin der Backstube, dazu:

„Neben unserem Handwerk und den Persönlichkeiten legen wir auch großen Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit […]. Daher fiel es uns nicht schwer, „Ja“ zu diesem tollem Forschungsprojekt zu sagen. Neben den positiven Effekten, die wir uns für unsere internen Prozesse wünschen, möchten wir gleichzeitig auch andere Kollegen oder auch Unternehmen dazu animieren, sich der Bedeutung dieses Themas anzunehmen."

Christoph Müller, ein technikbegeisterter Energieexperte, nimmt als Privatperson am Projekt teil. Bei ihm wird der Ladeprozess seines E-Fahrzeugs für die Umsetzung eines dynamischen Stromtarifs unter die Lupe genommen. Seine Motivation das Forschungsprojekt zu unterstützen:

„Dynamische Stromtarife werden immer wichtiger und sind aus technischer Sicht hoch interessant. Als gelernter Energieanlagen Elektroniker freue ich mich, am Projekt „AutoFlex“ teilzunehmen und neue Ideen einzubringen. Es gibt mir das gute Gefühl, die Gestaltung des Energiesystems von Morgen zu unterstützen.“

Für die Teilnehmenden ergibt sich die Möglichkeit, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und mit geringem Aufwand einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten. Sie erhalten außerdem eine kostenlose Messung ihrer energieintensiven Prozesse und bekommen dadurch einen Einblick in ihre alltäglichen Stromverbräuche. Langfristig kann durch einen dynamischen Stromtarif sogar mit der Senkung der Stromkosten gerechnet werden.

Wenn auch Sie als Betrieb oder Privatperson zum Gelingen der Energiewende beitragen und ein innovatives Forschungsprojekt unterstützen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

Kontakt

Eva-Maria Goertz / Neue Effizienz gemeinnützige GmbH / 0202 96 35 06-13 / goertz@neue-effizienz.de

Weitere Informationen zum Projekten finden Sie auch unter https://www.wsw-online.de/autoflex/.